Energiewissen

ISO 16247

Die DIN EN ISO 16247  ist eine europäische Norm, die die Anforderungen an ein Energieaudit sowie die entsprechenden Pflichten des Auditprozesses definiert. Dabei legt die Norm neben  den Anforderungen auch die allgemeinen Methoden und Ergebnisse von Energieaudits fest. Die allgemeinen Anforderungen (DIN EN 16247-1) werden durch spezifische Anforderungen ergänzt.

Die Norm DIN EN 16247-2 umfasst Gebäude, d.h. sowohl die Gebäudehülle als auch die technische Ausrüstung (Heizung, Klima, Lüftung, Wasser, Beleuchtung usw.).

Die Norm DIN EN 16247-3 konzetriert sich auf Prozesse. Dabei wird zwischen Betriebsmittel-, Produktions- und anderen Prozessen unterschieden. Betriebsmittelprozesse sind dabei diejenigen Prozesse, die notwendige Betriebsmittel wie etwa Warmwasser, Dampf oder Druckluft erzeugen.

Die Norm DIN EN 16247-4 fokussiert dagegen auf den Transport. Das betrifft alle Transportarten (auf der Straße, auf der Schiene, auf dem Wasser, in der Luft).

Ziel der Norm ist es, den Energieinsatz und den Energieverbrauch systematisch zu untersuchen. Dadurch bildet ein Audit die Grundlage zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Verringerung des Energieverbrauchs. Im Gegensatz zur Norm DIN EN ISO 50001 stellt der Auditprozess allerdings keinen kontunierlichen Verbesserungsprozess dar.

Der Energieaudit-Prozess kann mit entsprechender Software für Energiemanagement bzw. Energiecontrolling unterstützt werden.

 

ISO 50001

Die DIN EN ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm zum Aufbau eines systematischen Energiemanagements in Organisationen und Unternehmen. Sie dient insbesondere der Zertifizierung des Energiemenagementssystems der Unternehmung. Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 ist in Deutschland freiwillig. Sie bildet allerdings die Grundlage für die Teilbefreiung von Unternehmen von der EEG-Umlage bzw. (zukünftig) von der Strom- und Energiesteuer.

Ziel der Norm ist es, Energieeffizienzpotentiale in Organisationen zu erschließen, den Energieverbrauch zu senken und damit die Energiekosten und den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP).

Die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem sind in Abschnitt 4 der Norm definiert. Dieser Abschnitt umfasst die folgenden Kapitel:

Allgemeine Anforderungen
Verantwortung des Managements
Energiepolitik
Energieplanung
Einführung und Umsetzung
Überprüfung
Managementbewertung (Management-Review)

Software für das Energiemanagement kann dabei verschiedene Anforderungen an Energiemanagementsysteme unterstützen.

Link zur Norm

 

 

Aspekte eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001

Aspekte eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001

Lastgang

Der Lastgang (anders: Lastprofil) ist eine Messreihe bestehend aus stündlich oder viertelstündlich aufgezeichneten Leistungs- oder Arbeitswerten einer Messstelle. Die Aufzeichnung erfolgt dabei je nach Messintervall stets exakt zur vollen Viertelstunde oder Stunde. Die einzelnen Messwerte des Lastprofils sind entweder die Arbeitswerte oder Leistungsmittelwerte der jeweiligen Stunde oder Viertelstunde. Je nach Betrachtungszeitraum spricht man von Tages-, Monats- oder Jahreslastgang.

Anhand der Grafik wird angezeigt, welche Energie im Unternehmen verbraucht bzw. welche Leistung entnommen wurde. Entsprechend der dargestellten Zeiträume spricht man von Jahres-, Monats-, Wochen- oder Tageslastgang.

Das Lastprofil wird für die Optimierung der Last verwendet (s. auch Lastganganalyse). Wenn man die Einschaltzeitpunkte verschiedener Verbraucher verschiebt, kann die Last optimiert werden. Diese Energieeffizienzmaßnahme hat sich in vielen Unternehmen etabliert.

Lastgang

Lastgang

Leistungskennzahlen

Leistungskennzahlen (engl. Key Performance Indicators, KPI) sind Messzahlen aus der Betriebswirtschaftslehre, die dazu dienen, den Erfolg der unternehmerischen Tätigkeit zu messen. Diese Zahlen ermöglichen es, den Ist-Zustand mit dem gewünschten Soll-Zustand zu vergleichen. Dadurch können die Abläufe im Unternehmen analysiert und anschließend entsprechend optimiert werden.

Je nach Unternehmen oder Bereich können unterschiedliche KPIs zur Leistungsmessung herangezogen werden. Zur Erstellung einer realistischen Leistungskennzahl sind zunächst die relevanten Parameter zu definieren. Sämtliche Prozesse des Unternehmens können dabei mit Hilfe von KPIs untersucht werden. Aus dieser Untersuchung leiten sich in der Regel Maßnahmen der Optimierung ab.

Im Energieumfeld werden Kennzahlen als Energieleistungskennzahlen (EnPI) definiert.

SMART- Formel für Leistungskennzahlen KPIs

SMART- Formel für Leistungskennzahlen KPIs

Marktlokation

Eine Marktlokation (MaLo) bezeichnet eine Lokation, an der Energie entweder erzeugt oder verbraucht wird. Dementsprechend muss sie mit dem Energienetz über eine oder mehrere Leitungen verbunden sein. Diese Lokation ist die Grundlage für den Liefervertrag von Energie (Strom oder Gas) zwischen Lieferant und Anschlussnutzer oder Anlagenbetreiber. An dieser Stelle wird die Netznutzung abgerechnet.

Die MaLo wird seit dem 01. Februar 2018 mittels der Marktlokations-Identifikationsnummer (MaLo-ID) eindeutig identifiziert. Die MaLo-ID bezeichnet den Punkt im Netz, an dem Strom (oder Gas) entnommen oder eingespeist werden. Diese ID ist ein bilanzielles und abrechnungstechnisches Konstrukt. Die Messlokation hingegen ist der Ort der tatsächlichen physikalischen Strommessung und liefert entsprechende Messwerte. Die Messlokation wird über die Zählpunktbezeichnung (ZPB) eindeutig identifiziert.

Marktlokation (Beispiele als 1:1-Beziehung)

Marktlokation (Beispiele als 1:1-Beziehung)

Median

Der Median (anders: Zentralwert) ist einer der Lageparameter der Statistik.  Der Wert entspricht demjenigen Messwert in der Mitte einer der Größe nach sortierten Datenreihe. Der Zentralwert teilt eine Datenreihe exakt in zwei Hälften. Damit sind mindestens 50% der betrachteten Daten kleiner als der Median oder gleich dem Wert und mindestens 50% größer als der Median oder gleich dem Wert. Das ist unabhängig davon, welche Werte die einzelnen Daten haben. Da der Median lediglich die Anzahl der betrachteten Werte berücksichtigt, ist dieser Extremwerten gegenüber unempfindlich.

Beispiele für den Median von Energieverbrauchsdaten:

12 kWh, 24 kWh, 100 kWh: Der Median ist 24 kWh.

12 kWh, 24 kWh, 100 kWh, 101 kWh, 102 kWh: Der Median ist 100 kWh.

Median

Median

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